Gartentipp 41 - Der Ziergarten im November

Dieser Beitrag wurde unter Gartentipps abgelegt und mit Zierpflanzen, Herbst, Garten verschlagwortet am 22. November 2018 von Gruenbedarf. ← vorheriger Beitrag

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Die Tage werden kürzer, es ist nass, kalt, ungemütlich. Die Ernte ist eingemietet, auf den leeren Gemüsebeeten wächst Gründüngung und im Ziergarten kehrt Ruhe ein. Die meisten Stauden sind verblüht, die einjährigen Sommerblumen auch. Fleißig wie Du bist, schlummern die Blumenzwiebeln schon unter der Erde und träumen ihrem großen Auftritt im Frühling entgegen.

War’s das jetzt? Oder sind noch Arbeiten im Ziergarten zu erledigen, bevor der Winter Einzug hält? Schauen wir, was im November in den Blumenbeeten los ist.

Was blüht noch im November?

Selbst jetzt im Herbst blühen noch Blumen. Ihre bunten Blütenblätter wohltuende Farbtupfer im Novembergrau. Und welche sind das?

Die je nach Sorte weißen oder violetten Blütenkelche der beiden im Spätsommer gepflanzten Krokusarten Pracht-Herbst-Krokus (Crocus speciosus) und Rosen-Herbst-Krokus (Crocus pulchellus) schmücken Deinen Garten bis in den November hinein. War das Wetter gut, leuchtet neben ihnen noch die ähnlich aussehende, giftige Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), ebenfalls in Lila. Alpenveilchen kennst Du bestimmt als Topfpflanze. Die winterfeste Art Cyclamen hederifolium gehört ins Freiland, nicht auf die Fensterbank. Sie blüht weiß, rosa oder violett, und zwar bis zum Frost. Und die herzförmigen Blätter, die nach den Blüten erscheinen, sind hübsch anzusehen. Manche Sorten besitzen sogar silbrig gemustertes Laub.

 

Wichtig:

Bitte kaufe Alpenveilchen-Knollen ausschließlich im Fachhandel, um sicherzugehen, dass es sich nicht um am Naturstandort ausgegrabene Pflanzen handelt. Zwar ist Cyclamen hederifolium eine häufige Art, doch derartige Eingriffe in die Natur wollen wir nicht unterstützen. Darüber hinaus sind solche Alpenveilchen oft sehr alt und wachsen an neuen Standorten schlecht an.

 

Die letzten Herbst-Chrysanthemen (Chrysanthenum indicum) blühen noch, während die Christrosen (Helleborus niger) jetzt im November ihre ersten Blüten entfalten. Und an geschützten Fleckchen blüht die Polsterglockenblume (Campanula poscharskyana) unter günstigen Bedingungen den ganzen Winter über.

 

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Wer behauptet eigentlich, dass Blüten die einzigen dekorativen Pflanzenteile sind?

Buntes Herbstlaub, die farbigen oder gemusterten Rinden mancher Gehölze, die erst nach dem Blattfall zum Vorschein kommen und filigrane Blüten- und Fruchtstände verleihen dem herbstlichen Garten ein neues Gesicht. An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken!

Die Blätter verschiedener Storchschnäbel (Geranium-Arten) leuchten in herbstlichem Orangerot. Einige Bergenien-Sorten (Bergenia cordifolia) ziehen im Herbst mit leuchtend rotem bis bronzefarbenem Laub die Blicke auf sich. Erst der Frost beendet das Farbenspiel. Der purpurrote Hartriegel (Cornus alba) schmückt sich im Herbst mit rotem Laub Deinen Garten. Fällt das Laub, offenbaren sich die von ebenfalls roter Rinde umhüllten Zweige. Im Winter werden sie einen hübschen Kontrast zur weißen Schneedecke bilden. „Nicht schon wieder rot!”, rufst Du jetzt. Kein Problem, es gibt Alternativen. Die Triebe des Gelbholz-Hartriegels (Cornus stolonifera) sind, Du ahnst es, gelb. Und mit ihren eckigen Korkleisten sind die Zweige des Flügel-Spindelstrauchs (Euonymus alatus) ein besonderes Highlight.

 

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Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), Große Fetthenne (Hylotelephium-telephium-Hybriden), Schafgarbe (Achillea millefolium), Herbstastern (Symphotrichum-Arten), Herbst-Anemone (Anemone hupehensis), Silberblatt (Lunaria annua) und natürlich Ziergräser — die Fruchtstände vieler Sommerblume und Stauden sehen in verblühtem, trockenem Zustand schön aus (vor mit Raureif oder Schnee darauf) und setzen interessante Akzente im Ziergarten. Lass sie bitte stehen — auch aus den Gründen, die wir weiter unten im Text nennen.

 

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Darf ich im November noch was pflanzen?

Ja. Einzige Bedingung: Der Boden ist weder gefroren, von Schnee bedeckt oder matschig. Vor allem wurzelnackte Rosen (ohne Erdballen) pflanzen wir jetzt im November. Und das geht so:

  • Stelle die Rose vor dem Pflanzen für zwei, drei Stunden in einen Eimer Wasser, damit ihre Wurzeln sich richtig vollsaugen. Bade sie nicht länger als zwölf Stunden. Sonst faulen die Wurzeln und die Rose ist hin.
  • Entferne alle kaputten Wurzeln und kürze die Triebe auf etwa fünfundzwanzig Zentimeter ein. Meistens erledigt die Gärtnerei diesen sogenannten Pflanzschnitt und liefert Dir fertiges Pflanzgut.
  • Lockere den Boden an der Pflanzstelle tiefgründig auf und hebe ein ausreichend tiefes Pflanzloch aus, dessen Durchmesser Pi mal Daumen vierzig Zentimeter beträgt. Das geht mit einem schmalen Spaten am besten. Passen die Wurzeln der Rose bequem und ohne Knick hinein? Liegt die Veredlungsstelle knapp fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche? Leg den Spaten weg, das Loch ist tief genug.
  • Die ausgehobene Erde peppst Du mit reifem Kompost, Rosenerde oder Tonmineralen auf, bevor Du das Pflanzloch rund um die Rose damit füllst. Dabei rüttelst Du gelegentlich an der Pflanze, sodass die Erde in die Hohlräume rutscht.
  • Drücke die lockere Erde von zwei Seiten an und forme einen Gießrand. Dann füllst Du eine Gießkanne und wässerst die Rose ausgiebig. Einschlämmen lautet der Fachbegriff für diesen Arbeitsschritt. Der verflüssigte Boden schließt noch vorhandene Hohlräume und die Wurzeln der Rose erlangen maximalen Bodenkontakt.
  • Ziehe die Rose hoch, falls sie beim Einschlämmen versinkt. Sie darf hinterher nicht plötzlich tiefer stehen.
  • Zum Schluss häufelst Du die Rose an, bis nur noch die Triebspitzen herausgucken. Ist Dein Gartenboden lehmig und schwer, verwendest Du stattdessen lockere Komposterde. Die Erdschicht schützt die empfindliche Veredlungsstelle vor Frost und die Triebe vorm Austrocknen. Du entfernst sie erst im Frühling, wenn die Rose zu wachsen beginnt.

 

Was noch? Geht auch Aussäen?

Neben Rosen pflanzt Du im November sommergrüne Zier-, Nutz- und Heckengehölze und steckst Blumenzwiebeln.

Oder Du holst noch mal Saatschalen und Anzuchterde raus, um Kaltkeimer zu säen. In den Samen mancher Pflanze stecken keimhemmende Substanzen. Ein cleverer Schutzmechanismus, der dafür sorgt, dass die Jungpflanzen ihre zarten Blätter erst im Frühling aus der Erde recken. Nicht mitten im Winter. Früher dachte man, die Keimruhe müsse mit Frost gebrochen werden. Dem ist nicht so. Temperaturen um die vier Grad reichen aus.

Zu den Pflanzen, deren Samen erst nach einiger Zeit im Kalten keimen gehören die in diesem Artikel bereits erwähnte Christrose, sowie Bärlauch (Allium ursinum), Schlüsselblume (Primula veris), Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) und viele heimische Gehölze. Unter den Nutzpflanzen finden wir ebenfalls Kaltkeimer: Erdbeeren, Winterweizen, Mohn, Spinat und Zuckerrübe.

Kaltkeimer säen wir ab November aus. Verwende wie gewohnt eine nährstoffarme Anzuchterde, die Du in so viele Töpfe und Schalen füllst, wie Du eben brauchst. Verteile die Samen darin, wie auf der Saatguttüte beschrieben. Stelle die Gefäße zunächst für zwei bis vier Wochen bei 18 bis 22 ˚C auf. Anschließend ziehen sie an einem frostfreien Tag in einen offenen Frühbeetkasten oder eine geschützte Ecke im Garten. Die Winterkälte übernimmt den Rest. Nach vier bis acht Wochen holst Du die Töpfe wieder herein und stellst sie an ein kühles Plätzchen bei 5 bis 12 ˚C. Vielleicht ins Winterquartier zu Deinen immergrünen Kübelpflanzen? An späteren Terminen Gesätes lässt Du draußen, bis der Frühling kommt. Eine Schneedecke auf den Saatschalen schadet übrigens kein bisschen. Denn in der Natur passiert ja nichts anderes.

 

Stauden runter schneiden — tun oder lassen?

Ein Streitpunkt unter Gärtner*innen: Schneidet man seine verblühten Stauden im Herbst ab oder nicht? Wir raten Dir, lass die Gartenschere stecken und entferne abgestorbenes Laub, trockene Blüten- und Fruchtstände erst im kommenden Jahr.

Warum? Ganz einfach. Trockene Stängel und Blätter dienen Staude und Boden als natürliche Isolierschicht. Einige Herbstblüher treiben im Herbst neu aus. Ihr altes Laub schützt die jungen Blätter vor Frost und starken Temperaturschwankungen an sonnigen Tagen. Vielleicht rümpfen Deine Nachbarn über das braune Gestrüpp auf Deinen Beeten die Nase. Egal. Insekten, Ohrwürmer und anderes Getier freuen sich, denn die überwintern darin. Ach, und die Fruchtstände halten kostenloses Vogelfutter in Form nahrhafter Samen bereit.

 

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Nur wüchsige Pflanzen wie Stockrosen (Alcea rosea) oder Kokardenblumen (Gaillardia-Arten) schneidest Du nach der Blüte zurück. Andernfalls treiben sie im nächsten Jahr nicht wieder aus.

 

Was sonst noch im November an Gartenarbeiten anfällt

Du willst vor dem Weihnachtstrubel Deinen Garten winterfest wissen? Dann ist hier Deine To-do-Liste:

  • Dahlien ausgraben
  • Laub vom Rasen harken
  • Gartengeräte reinigen, pflegen und wegräumen
  • Wasserleitungen stilllegen
  • Rasen ein letztes Mal mähen
  • Benzin-Rasenmäher für den Winter vorbereiten
  • winterharte Kübelpflanzen einpacken
  • Schneeschieber und Besen bereitstellen

 

Alles erledigt? Prima! Jetzt kann der Winter kommen!

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