Gartentipp 37 - So steckst Du Blumenzwiebeln im Herbst

Dieser Beitrag wurde unter Gartentipps abgelegt und mit Blumen, Herbst, Frühling verschlagwortet am 2. Oktober 2018 von Gruenbedarf. ← vorheriger Beitrag nächster Beitrag →

Herbstzeit ist Pflanzzeit für Blumenzwiebeln. Von Ende September bis Anfang November steckst Du die Zwiebeln und Knollen von Frühblühern in die Erde. Solange es noch nicht friert, natürlich. Diese Pflanzen brauchen nämlich den Kältereiz, ohne den treiben sie nicht aus. Und wir freuen uns nach einem kalten Winter auf die Blüten von Schneeglöckchen, Winterlingen und Blausternchen, die farbenfroh verkünden: Der Frühling kommt!

Diese Blumenzwiebeln pflanzt Du im Oktober

Verschaffen wir uns zunächst einen Überblick. Um welche Pflanzen geht’s hier überhaupt?

Winterlinge (Eranthis hyemalis)

Sie setzen ab Februar gelbe Farbtupfer. Gerade in schneebedeckten Beeten sieht das hübsch aus. In milden Wintern blühen sie etwas eher. Einmal ausgepflanzt verbreiten sich Winterlinge munter selbst im Garten.

 

gelb bluehende winterlinge

 

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Es gehört ebenfalls zu den ersten Frühlingsboten und blüht selbst im Schnee. Seine weißen, zarten Blüten passen gut zu allen anderen Blütenfarben.

 

schneegloeckchen

 

Krokusse

Über herbstblühende Krokusse schrieben wir bereits. Jetzt schauen wir uns die Krokus-Arten an, die  ihre Blüten im Frühling ab Februar entfalten (u. a. Crocus flavus, C. vernus C. tommasinianus). Sie blühen gelb, lila und weiß. Manche Sorten haben leicht gestreifte Blütenblätter.

 

krokusblueten

 

Tulpen (Tulipa)

Sie existieren in allen erdenklichen Varianten: mit einfarbigen oder marmorierten Blüten, grünem oder gemustertem Laub, lilienblütige, ausgefranste, lang- und kurzstielige und sogar schwarze (na gut, dunkellila). Ihre Blütezeit reicht von Ende März bis in den Mai hinein. Neben den Zuchtformen (v. a. Tulipa gesneriana, T. kaufmannia, T. greigii und T. fosteriana) gibt es zahlreiche Wildtulpen-Arten, deren etwas filigranere Blüten ebenfalls hübsch anzuschauen sind.

Narzissen (Narcissus)

Wie die Tulpen gehören Narzissen (Narcissus-Arten) zu den Klassikern unter den Frühblühern. Der bekannteste Vertreter dieser Gattung ist sicher die Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus), die – wie ihr Name verrät – um Ostern herum blüht. Narzissen blühen weiß oder gelb, viele Sorten haben zweifarbige Blüten. Den Garten hat ein Wühlmausproblem? Die Zwiebeln der Narzissen lassen die Nager garantiert in Ruhe.

Traubenhyazinthen

Die kleinen Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum, u. a.) blühen ab März. Wir lieben ihre leuchtend blauen Blüten, die dezent duften. Weiße und gelbe Traubenhyazinthen sind seltener, sehen aber genauso schön aus. Viele Muscari-Arten verwildern leicht und breiten sich im Garten aus.

 

blaue traubenhyazinthe

 

Blausternchen (Scilla siberica, S. bifolia)

Sie blühen – ihr Name verrät es – ebenfalls blau. Im gut sortierten Fachhandel findest Du auch weiße Sorten. Unter günstigen Bedingungen breiten sie sich zu riesigen blauen Teppichen aus. Ihre Blütezeit ist der März.

 

hellblaue scilla

 

Zierlauch

Die kugeligen Blütenstände langstieliger Zierlauch-Arten, wie des Riesenlauchs (Allium giganteum), Sternkugellauch (A. christophii) scheinen über den anderen Blumen zu schweben. Die Zierlauchblüte beginnt im Mai. Mit späten Sorten verlängerst Du sie bis in den Juli hinein. Das Farbspektrum reicht von weiß über verschiedene Lilatöne bis hin zu gelb. Und sogar verblüht sind die Blütenstände äußerst dekorativ.

 

zierlauch allium

 

Schachbrettblume (Fritillaria meleagris)

Kennst Du die Schachbrettblume? Die heißt so, weil das lila, rosa oder weiße Muster auf den glockenartigen Blüten an ein Schachbrett erinnert. Schachbrettblumen blühen im April, meistens zeitgleich mit Buschwindröschen und gehören zu den wenigen Frühblühern, deren Zwiebel Nässe verträgt.

 

schachbrettblume

 

Du hast keinen Garten? Macht nichts. Frühblüher wachsen in Töpfen und Balkonkästen ebenso gut, wie im Blumenbeet. Wie Du Blumenzwiebeln in Gefäße pflanzt und was ein italienisches Nudelgericht damit zu tun hat, liest Du hier.

 

Standort und Bodenvorbereitung

Wähle den Standort passend zur Pflanzenart. Die meisten Frühblüher haben einen recht kurzen Vegetationszyklus, in dem sie blühen, Samen bilden, Reservestoffe einlagern und sich dann wieder in ihre Zwiebel (oder Knolle) zurückziehen. In der freien Wildbahn erledigen sie das, bevor Bäume und Sträucher austreiben und Schatten werfen. In Deinem Garten fühlen sich Tulpen, Krokusse und Blausternchen an einem warmen und sonnigen Platz wohl. Auf dem Rasen, unter sommergrünen Gehölzen oder im Blumenbeet.

 

Früh blühende Zwiebelblumen bevorzugen nährstoffreiche, durchlässige Böden. Nasse Standorte sind für sie ungeeignet, weil ihre empfindlichen Zwiebeln und Knollen leicht faulen. Einzig die Schachbrettblume wächst auf nassen und sogar sumpfigen Böden genauso gut, wie in normaler Gartenerde.

 

Vor dem Pflanzen lockerst Du den Boden gründlich auf. Mit einer Grabegabel zum Beispiel, oder einer Hacke. Dann fällt es Dir anschließend leichter, die Pflanzlöcher auszuheben. Nutze die Gelegenheit, um Steine und Unkräuter zu entfernen. Einen sandigen Boden reicherst Du mit reifem Kompost oder einem Bodenaktivator an. Ist der Boden zu sauer, kalkst Du ihn. Der ideale pH-Wert für Frühblüher liegt zwischen 6 und 7. Ist Dein Gartenboden lehmig und schwer? Mache ihn durchlässiger, indem Du Sand untermischst. Oder Du gibst nachher beim Pflanzen eine Schippe voll grobem Bausand als Drainage direkt ins Pflanzloch.

 

Hinweise für den Blumenzwiebelkauf – So erkennst Du gesundes Pflanzgut:

  • Kaufe nur frische Zwiebeln und Knollen, die sich fest anfühlen und deren Schale intakt ist. Aus großen Zwiebeln wachsen große Pflanzen, darum sind die oft teurer.
  • Ungeeignet sind Zwiebeln, die bereits austreiben oder ausgetrocknete Stellen haben.
  • Lass auch solche Zwiebeln liegen, die dunkle Flecken haben oder schimmeln.

 

Blumenzwiebeln richtig pflanzen

Die Zwiebeln und Knollen müssen nach dem Kauf so schnell wie möglich in die Erde. Falls Du nicht sofort Zeit hast, bewahrst Du sie bis zum Stecken an einem dunklen, kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort auf. In Plastik verpackte oder wertvolle Arten legst Du ins Gemüsefach Deines Kühlschranks. Aber nicht zu lange, die Kälte regt die Zwiebeln zum Austrieb an. Und das darf auf keinen Fall passieren! Schließlich verbrauchen sie dabei Energie, die ihnen dann im Frühling fehlt.

Frühlingsblühende Blumenzwiebeln brauchst Du nicht vorzuziehen. Einzig die für Austrocknung empfindlichen Knollen von Schneeglöckchen, Winterlingen und Strahlen-Anemonen (Anemone blanda) weichst Du über Nacht ein und pflanzt sie dann am nächsten Tag.

Pflanze Tulpen und andere Frühblüher in Gruppen aus fünf bis zehn Exemplaren, um ihre hübschen Blüten hervorzuheben. Falls Du Dir über die endgültige Gestaltung des Beets noch unschlüssig bist, legst Du die Zwiebeln erst mal aufs Beet und probierst verschiedene Arrangements aus.

Die meisten Frühblüher vermehren sich durch Nebenzwiebeln oder Samen und bilden mit der Zeit dichte Pflanzenteppiche. Damit es nicht zu eng im Beet wird, solltest Du höchstens zwanzig Zwiebeln auf einen Quadratmeter stecken.

 

Und so kommt die Zwiebel in die Erde:

  • Mit einem Pflanzholz, einer Blumenkelle oder einem Blumenzwiebelpflanzer stichst Du das Pflanzloch aus.
  • Die optimale Pflanztiefe richtet sich nach der Größe der Zwiebel oder Knolle und steht auf der Packung. Sie entspricht meistens dem doppelten bis dreifachen Zwiebeldurchmesser.

 

Tipp: Du brauchst kein Lineal mit in den Garten zu nehmen. Die meisten Zwiebeln regulieren ihre Position im Boden mit sogenannten Zugwurzeln.

 

  • Falls Dein Boden schwer ist, gibst Du eine Schippe voll grobem Sand ins Pflanzloch. Dann versickert das Regenwasser besser und die Zwiebel hockt nicht im Nassen.
  • Jetzt versenkst Du die Zwiebel im Boden, und zwar mit der flachen Seite voran. Die spitze Seite zeigt nach oben. Drücke sie in den Untergrund, damit sie nicht umkippt, wenn Du das Loch mit Erde auffüllst.
  • Steckst Du versehentlich eine Blumenzwiebel falsch herum in die Erde, wird sie trotzdem austreiben. Das dauert nur etwas länger, weil der Trieb erst um die Kurve wachsen muss.

 

Blumenzwiebeln in den Rasen stecken

Vor dem grünen Hintergrund des Rasens bilden die bunten Frühblüher einen hübschen Kontrast. Krokusse und Blausternchen breiten sich mit den Jahren über die gesamte Fläche aus und verwandeln sie in ein herrliches Blütenmeer. Und so steckst Du ihre Zwiebeln im Rasen:

  • Rasenvierecke mit Spaten ausstechen und beiseitelegen
  • Freigelegte Erde auflockern
  • Zwiebeln einsetzen (nicht so tief wie im Beet)
  • Grasnarbe auflegen und andrücken
  • Gießen

Hinweis: Mähe den Rasen erst, wenn das Laub der Frühblüher vergilbt ist. Denn sonst treiben die Blumenzwiebeln im kommenden Jahr nicht wieder aus.

 

  • Pflanze große Zwiebeln mit acht Zentimeter Abstand zueinander. Bei kleinen Zwiebeln genügen zwei bis fünf Zentimeter.
  • Wühlmäuse finden Blumenzwiebeln total lecker. Damit sie Dir nicht Deinen Frühlingsflor verderben, pflanzt Du die Zwiebeln in engmaschige Drahtkörbe (gekauft oder selbst gebastelt). Als natürliche Alternative kleidest Du das Pflanzloch mit dem Schnittgut stachliger Pflanzen (Rose, Himbeere, Brombeere) aus, bevor Du die Zwiebel vorsichtig hineinlegst. Handschuhe nicht vergessen!
  • Fülle das Pflanzloch mit Erde auf und drücke die Stelle an.
  • Sind alle Zwiebeln gesteckt, wässerst Du das frisch gepflanzte Beet gründlich. Ein feuchter Boden fördert das Wurzelwachstum.

Und das war’s schon. Sind sie erst einmal gepflanzt, erweisen sich die meisten Frühblüher als pflegeleicht. Hab ein Auge darauf, dass das Beet während der kommenden Wochen nicht austrocknet (wichtig in trockenen Herbsten) und gieße bei Bedarf. Vor allem, wenn Du Narzissen oder Schachbrettblumen gepflanzt hast.

 

Blumenzwiebeln für Bienen

Die bunten Frühblüher sind nicht nur Augen-, sondern auch Bienenweide. In den Blüten von Schneeglöckchen, Winterlingen und Krokussen finden Wild- und Honigbienen und Hummeln Nahrung für sich und ihre Brut. Vermeide den Bienen zuliebe gefüllte Sorten (das gilt für alle Blumen!), die haben nämlich keine Staubblätter und darum keinen Pollen als Bienenfutter. Wilde Krokusarten, die im Handel auch als botanische Krokusse angeboten werden, Traubenhyazinthen, Wildtulpen und Milchsterne (Ornithogalum umbellatum) sind wesentlich bienenfreundlicher. Je größer die Vielfalt in Deinem Garten ist, desto mehr Insektenarten fühlen sich dort wohl. Pflanze neben den Zwiebelblumen früh blühende Stauden und Gehölze, um das Nahrungsangebot zu vervollständigen.

 

biene auf krokuss

 

Also denk beim Blumenzwiebelkauf nicht nur an Dich. Und ein Garten, in dem viele verschiedene Arten bunt durcheinander blühen, sieht doch immer noch am schönsten aus. Oder?

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