Gartentipp 35 - Sieben Pflanzen, die im August in die Erde dürfen

Dieser Beitrag wurde unter Gartentipps abgelegt und mit August, Anzucht, Blumen verschlagwortet am 9. August 2018 von Gruenbedarf. ← vorheriger Beitrag nächster Beitrag →

Im August ist die Pflanzzeit noch nicht vorbei. Jetzt setzt Du Jungpflanzen, Knollen und Zwiebeln in Deinen Garten. Einige Arten werden Dir noch dieses Jahr Freude machen, andere blühen und fruchten erst nach dem Winter.

Im August Erdbeeren pflanzen

Bis Ende August pflanzt Du junge Erdbeeren. Nimm das zum Anlass, ein neues Erdbeerbeet an einer anderen Stelle im Garten anzulegen. Erdbeeren sollten höchstens drei Jahre am gleichen Fleck wachsen. Danach werden ihre Früchte kleiner, der Ertrag fällt geringer aus und die Pflanzen anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Wähle einen Standort, auf dem mindestens vier Jahre keine Erdbeeren und im letzten und diesem Jahr keine Kartoffeln wuchsen. Gute Vorfrüchte für Erdbeeren sind Lauch und Buchweizen, sowie tiefwurzelnde Gründüngung (Tagetes, Lupinen, Wicken, Senf).

 

erdbeerpflanze ableger

 

Erdbeeren wachsen gern auf humosen, gut durchlüfteten Böden. Doch sie sind anpassungsfähig. Mit sandigen Lehmen bis lehmigen Sandböden kommen Erdbeeren am besten zurecht. Staunasse und verdichtete Böden scheiden aus, weil die empfindlichen Wurzeln leicht faulen. Der ideale pH-Wert für Erdbeeren liegt zwischen 5,5 und 6,5. Und so bereitest Du das Erdbeerbeet vor:

 

  • Lockere den Boden mit Sauzahn oder Gabel gründlich auf. Entferne dabei Steine, Unkräuter und dergleichen.
  • Im Pflanzjahr brauchen Erdbeeren viel Stickstoff, damit sie vor dem Winter gut anwachsen. Reichere den Boden mit Kompost an. Eine gute Menge sind fünf Liter pro Quadratmeter. Das entspricht einer einen Zentimeter dicken Schicht. Steht Dir kein Kompost zur Verfügung, arbeitest Du Hornmehl in den Boden ein oder gibst einen organischen Dünger ins Pflanzloch.

 

Als Pflanzgut verwendest Du gekaufte Jungpflanzen oder Ableger von Deinen alten Erdbeeren. Entscheidest Du Dich für die letztere Variante, dann wähle gut bewurzelte, kräftige Pflänzchen mit mindestens drei Laubblättern von gesunden, blühfreudigen und ertragreichen Mutterpflanzen.

Halte zwischen den Erdbeerreihen einen Abstand von sechzig bis achtzig Zentimetern ein. In der Reihe pflanzt Du alle fünfundzwanzig bis fünfunddreißig Zentimeter eine Erdbeerpflanze. Je wüchsiger die Sorte ist, desto großzügiger wählst Du den Pflanzabstand. Achte beim Pflanzen darauf, dass die Herzknospe der Erdbeere gerade über der Erde liegt. Junge Erdbeerpflanzen reagieren äußerst empfindlich auf Trockenstress. Direkt nach dem Pflanzen wässerst Du die Erdbeeren kräftig. Halte in den kommenden Wochen das Beet stets feucht. Eine Mulchschicht und regelmäßiges Unkrautzupfen helfen Dir dabei.

 

Herbstblühende Knollen- und Zwiebelpflanzen im August stecken

Krokusse sind typische Frühblüher. Oder? Nö, es gibt Krokus-Arten, die ihre Blüten im Herbst entfalten. Die pflanzt Du Ende August. Und auch andere Blumenzwiebeln und -knollen kommen im Spätsommer in die Erde. Sie blühen noch im gleichen Jahr und schmücken Deinen Garten bis in den Oktober hinein mit ihren Blüten.

Herbstblühende Krokusarten (Crocus speciosus, C. banaticus, C. pulchellus, C. kotschyanus u. a.) blühen weiß, violett oder rosa. Einige verwildern leicht und verbreiten sich allmählich in Deinem Garten.

Die Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale) sieht dem Herbst-Krokus ähnlich, ist aber keiner. Um sie zu unterscheiden, zählst Du die Staubblätter: Davon hat die Herbst-Zeitlose sechs, der Krokus nur drei. Sie ist sehr giftig, darum trage Handschuhe, wenn Du mit der Pflanze oder ihren Knollen hantierst. Weil ihre Blätter dem Bärlauch ähneln (und wilde Herbst-Zeitlosen an ähnlichen Standorten wie das aromatische Wildkraut wachsen), also pass beim Sammeln gut auf!

 

 

Die Sternbergie (Sternbergia lutea), kennst Du vielleicht unter den Namen Gold-Krokus oder Herbst-Goldbecher. Ihr goldgelben Blütenkelche setzen knallige Akzente. In Gesellschaft weißer oder violetter Blumen sehen sie besonders hübsch aus. Decke die Pflanzen im Winter ab, damit sie frostige Temperaturen überleben.

Der Echte Safran (Crocus sativus) ja, der Safran, dessen Griffel (die drei roten Fäden) das teuerste Gewürz der Welt sind, blüht ebenfalls im Herbst. Aus rund hundertfünfzig Blüten gewinnst Du ein Gramm Safran. Etwas fummelig, aber warum nicht?

 

safran im august pflanzen gruenbedarf tipp

 

Standort und Pflanztiefe

Alle Krokus-Arten und die Sternbergie bevorzugen einen sonnigen, warmen Standort. Die Herbst-Zeitlose wächst in der Sonne oder im Halbschatten auf lehmigen, durchlässigen Böden gut. Safran und Sternbergie bevorzugen trockene Böden. Bei Staunässe faulen ihre Wurzeln. Sie passen gut in Stein- und Trockengärten. Pflanzt Du sie ins normale Blumenbeet, gib eine Schippe voll grobem Sand als Drainage ins Pflanzloch.

Setze die Krokus-Knollen und Zwiebeln der Sternbergie in kleinen Gruppen in die Erde, ohne dass sie einander berühren. Die richtige Pflanztiefe hängt von der Größe der Knollen ab und steht auf der Verpackung des Pflanzgutes. Oder Du richtest Dich nach einer Faustregel und pflanzt die Zwiebel oder Knolle doppelt so tief, wie sie hoch ist. Herbst-Zeitlosen pflanzt Du einzeln mit zehn bis zwanzig Zentimeter Abstand zueinander.

Übrigens: Wühlmäuse halten Krokus-Knollen für eine Delikatesse. Um die Nager fernzuhalten, pflanzt Du Krokusse (und andere Blumenzwiebeln) entweder in spezielle Pflanzkörbe oder kleidest das Pflanzloch mit stachligem Schnittgut aus.

 

Für den Blütenflor im nächsten Jahr: jetzt Madonnen-Lilie und Bart-Iris pflanzen

 

 

Die langsam wachsende Madonnen-Lilie (Lilium candidum) steckst Du im August ins Beet. An einem vollsonnigen, windgeschützten Standort gedeiht sie gut. Wichtig ist, dass der Boden nicht feucht ist oder zu Staunässe neigt. Sonst faulen die Zwiebeln und das war’s dann mit der Blütenpracht. Ist die Erde leicht sandig und humos, fühlt sie sich wohl.

Und so pflanzt Du sie:

  • Lockere den Boden auf und entferne Steine und Unkräuter. Arbeite einen organischen Langzeitdünger oder Kompost ein.
  • Mit einer Handschaufel gräbst Du das Pflanzloch. Das braucht nur so tief zu sein, dass die Spitze der Zwiebel gerade zwei Fingerbreit unter der Erde liegt. Einen halben Meter weiter pflanzt Du die nächste Zwiebel.
  • Dein Gartenboden ist schwer und lehmig? Bereite eine Drainage vor, wenn Du die Schönheit der Madonnen-Lilie trotzdem genießen willst. Dazu machst Du das Pflanzloch etwas tiefer und bedeckst seinen Boden mit Kies und grobem Sand. Den Aushub mischst Du mit Sand und verrottetem Kompost.

 

 

Damit die leuchtenden Blüten der Bart-Iris (Iris-barbata-Hybriden) im nächsten Jahr Deinen Garten zieren, pflanzt Du sie schon im August ein. Wähle ein Beet, in dem sie den ganzen Tag Sonne tanken können. Wichtig ist ein beinah trockener Boden, der Regenwasser schnell ableitet. Schwere Böden machst Du vor der Pflanzung mit Kompost oder Sand durchlässiger. Ist die Erde eher sauer (pH-Wert unter 6,5), mischst Du etwas Kalk unter. Ist Dein Gartenboden sehr feucht und Du wohnst in einer Gegend mit viel Regen, wirst Du mit einer anderen Schwertlilien-Art (zum Beispiel Iris sibirica oder I. chrysographes) mehr Freude haben.

 

Und wie geht es dann weiter?

  • Die Bart-Iris pflanzt Du in Form von Rhizomstücken. Entweder kaufst Du welche oder teilst bereits vorhandene Pflanzen. Oder Du kriegst von der prächtigen Pflanze Deiner Nachbar*innen was ab?
  • Stecke das Rhizom flach in die Erde, so dass die Oberseite noch herausguckt. Mit einer weichen Brause gießt Du die zukünftige Bart-Iris gründlich an.
  • Der Pflanzabstand beträgt fünfundfzwanzig bis fünfzig Zentimeter. Auf einen Quadratmeter setzt Du fünf bis sieben Pflanzen, wenn es sich um eine hohe Sorte handelt. Pflanzt Du eine kleinere Sorte, können auf der gleichen Fläche natürlich mehr Pflanzen stehen.

 

Jetzt im August sorgst Du für einen bunten Herbst und einen Sommer voll leckerer Erdbeeren und prächtiger Blüten. Hast Du gemerkt, dass alle im Artikel erwähnten Pflanzen vegetativ vermehrt werden? Erdbeeren, Krokusse, Sternbergie, Madonnenlilie und Bart-Iris breiten sich mit Ablegern, Brutzwiebeln oder -knollen oder Rhizomen aus – hast Du sie einmal gekauft, kannst Du sie immer wieder verjüngen. Allerdings sind die Nachkommen Klone und mit ihren Mutterpflanzen identisch. Wünschst Du Dir neue Blütenfarben oder willst eine andere Erdbeersorte ausprobieren, bleibt Dir nichts anderes übrig, als Jungpflanzen zu kaufen. Oder Du tauschst mit Deinen Nachbar*innen.

 

Und nun weißt Du, welche Pflanzen Du im August ins Beet pflanzt und wie Du das richtig anstellst. Viel Spaß beim Gärtnern!

 

 

Weiterführende Links:

Erdbeeren im Garten (eine Publikation des LfULG Sachsen)

Informationen der American Iris Society zum Anbau von Bart-Iris (und anderen Schwertlilien-Arten) (englisch)

So pflanzt Du Blumenzwiebeln mit Wühlmausschutz

Hinterlasse einen Kommentar

  Lade...
Lade...