Gartentipp 24 - Checkliste für den winterlichen Gartenrundgang

Dieser Beitrag wurde unter Gartentipps abgelegt und mit Winter, Tipps, Garten verschlagwortet am 6. Februar 2018 von Gruenbedarf. ← vorheriger Beitrag nächster Beitrag →

Gehst Du eigentlich im Winter in Deinen Garten? Egal ob Schnee liegt, Frost die ruhenden Pflanzen glitzern lässt oder graues Matschwetter herrscht, ein gut geplanter Garten ist in allen vier Jahreszeiten schön. Sieh Dich gelegentlich in Deinem winterlichen Garten um und habe ein offenes Auge für Veränderungen. Bleib auf den Wegen und betritt besonders gefrorenen, schneebedeckten oder nassen Rasen nicht, um ihn nicht zu beschädigen. Mit unserer Checkliste wird Dein winterlicher Gartenrundgang produktiv und Du schnappst gleich ein bisschen frische Luft!

Wintercheck im Garten - darauf solltest Du achten

1.  Ist der Frostschutz noch intakt?

Sind Deine warm verpackten Rosen, Gehölze und sonstigen empfindlichen Pflanzen noch sicher gegen Frost geschützt? Oder haben die jüngsten Winterstürme an ihrer Umhüllung gezerrt? Sieh nach, ob die Schutzmatten aus Jute oder Wolle weiterhin fest Deine Pflanzen umschließen. Sind alle Verschnürungen fest oder hat sich ein Knoten gelockert? Stützpfähle kontrollierst Du auf Fäulnis und festen Sitz im Boden. Selbstverständlich solltest Du eventuelle Schneehauben entfernen, damit der Winterschutz nicht durchweicht – vor allem, wenn Tauwetter angesagt ist! Sind Öffnungen oder Löcher im Material, dann halte nach Fraßschäden Ausschau. Mäuse und andere Kleintiere nisten sich gern im Winterschutz ein und benagen mangels Alternativen Deine Pflanzen. Mit feinmaschigem Draht hältst Du sie auf Abstand. Wenn an Spätwintertagen die Sonne erste Frühlingsgefühle weckt, darfst Du das Winterkleid Deiner Pflanzen kurzzeitig abnehmen, damit sie nicht ins Schwitzen geraten. Räume es aber nicht zu weit weg! Noch sind Winter und Frost nicht vorbei.

 

2.  Sind alle Pflanzen am Leben?

Gerade nach harten Frösten solltest Du nachsehen, ob Deine Gehölze im Garten noch leben. Kratze dazu mit dem Fingernagel ein wenig Rinde ab. Leuchtet Dir grün das Kambium entgegen, lebt die Pflanze – oder zumindest der eben kontrollierte Zweig – noch. Braunes Gewebe deutet auf einen abgestorbenen Pflanzenteil hin. Möchtest Du Deine Pflanze nicht verletzen (schließlich ist jede Wunde eine Eintrittspforte für Krankheitserreger), kannst Du einen Zweig vorsichtig um Deinen Finger wickeln. Gelingt Dir das, lebt er. Bricht er hingegen ab, ist er tot. Auch ein Blick auf die Knospen verrät Dir, ob die Pflanze den nächsten Frühling erleben wird. Pralle Blatt- und Blütenknospen weisen auf einen lebendigen Zweig hin. Sehen die Knospen jedoch welk aus oder sind sie verfärbt, ist das kein gutes Zeichen. Wenn Du sie zwischen Deinen Fingern zerbröseln kannst, ist sie abgestorben.

Selbst wenn eine geliebte oder wertvolle Pflanze bei dem Vitalitätstest durchfällt, solltest Du nicht gleich die Hoffnung aufgeben. Warte auf jeden Fall noch bis zum Frühling – vielleicht treibt sie doch aus?

 

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3.  Geht’s Deinen Bäumen gut?

Der Winter ist die beste Jahreszeit, um Deinen Bäumen und Sträuchern besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Ganz ohne ablenkende Blätter offenbaren sie ihren Wuchs und Du kannst den bevorstehenden Pflegeschnitt in Ruhe planen. Möchtest Du diese verantwortungsvolle Aufgabe einer fachkundigen Firma überlassen, solltest Du Dich jetzt nach professionellen Baumpfleger*innen umsehen.

Kontrolliere die Stämme Deiner Bäume auf Kälterisse. Diese verlaufen nahezu senkrecht am Stamm oder im unteren Astbereich und entstehen durch große Temperaturunterschiede. Idealerweise hast Du ihnen im Herbst einen weißen Kalkanstrich verpasst, damit es gar nicht erst so weit kommt. Nicht? Dann hole es jetzt nach! Haben sich wider Erwarten Risse gebildet, musst Du handeln, damit Fäulnispilze und andere Krankheitserreger keinen Schaden anrichten können. Mit einem scharfen Messer begradigst Du die Wundränder, falls sie ausgefranst sind. Wundverschlussmittel werden heute fast nicht mehr verwendet, da sie das Wachstum von Pilzen meist eher fördern als verhindern. Lediglich am Rand der Wunde kannst Du sie auftragen. Ein vitaler Baum wird den Riss mit der Zeit überwallen. Mit einem speziellen Baumdünger unterstützt Du den Heilungsprozess – aber den gibt’s erst im Frühling!

Falls Du im letzten Jahr Probleme mit dem Apfelwickler hattest, beginnst Du im Januar damit, den Stamm Deines Apfelbaums abzubürsten (sofern er schon Borke hat, die Stämme jüngerer Apfelbäume sind noch glatt). Die Raupen des bedeutendsten Apfelschädlings überwintern in einem weißen Kokon zwischen Rindenspalten. Mit einer harten Bürste oder einem speziellen Rindenschaber entfernst Du lose Borkenschuppen und stöberst die dahinter versteckten Raupen auf. Und wieder ein madiger Apfel weniger!

4.  Was machen die Dahlien?

In einem kühlen Raum im Haus überwintern die Knollen von Dahlien, Begonien, Canna und anderer nicht-winterharter Gewächse. Kontrolliere ihren Zustand gelegentlich, damit Du zur Pflanzzeit keine böse Überraschung erlebst. Verschimmelte Knollen wandern auf den Müll und zeigen Dir, dass die Lagerbedingungen nicht stimmen. Lüfte das Lager regelmäßig, um die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Die Knollen dürfen nicht einschrumpeln, darum feuchtest Du das Material, in dem sie lagern, bei Bedarf an.

 

5.  Sind das Läuse am Lorbeer?

Bist Du einmal im Winterlager, dann kontrolliere gleich Deine Kübelpflanzen auf Schädlingsbefall. Nur allzu leicht schmuggeln sich einzelne Schildläuse, Weiße Fliegen oder andere Schädlinge ins Winterquartier ein und breiten sich dann ungehindert aus. Einzelne Tiere kannst Du absammeln, bei einem größeren Befall solltest Du ein Pflanzenschutzmittel verwenden. Da gibt es welche, die mit Rapsöl die Atemöffnungen der Milben und Insekten verstopfen und sie dadurch abtöten. Andere Produkte enthalten beispielsweise Wirkstoffe aus dem Neembaum oder synthetische Insektizide. Praktisch sind Kombipräparate. Geh bitte sorgfältig mit Pflanzenschutzmitteln um, befolge genau an die Gebrauchsanleitung und halte die Dosierung ein. Möchtest Du die ungebetenen Wintergäste ohne Chemiekeule dezimieren, kannst Du ihnen mit Hausmitteln aus Schmierseife, Brennnessel oder Knoblauch zu Leibe rücken.

 

6.  Ist Dein Geräteschuppen frühlingsfein?

Wenn in wenigen Wochen die Gartensaison beginnt, möchtest Du keine Zeit mit Aufräumen oder Putzen verschwenden. Wer möchte den Spaten polieren, wenn es Tomaten und Blumen auszusäen gibt? Kaputte und verdreckte Gartengeräte lassen nicht gerade Gartenlaune aufkommen. Damit Du im Frühling richtig loslegen kannst, solltest Du jetzt einen Blick in Deinen Schuppen werfen und den Bestand sichten.

Angetrocknete Erdreste entfernst Du mit Wasser und einer groben Bürste und Flugrost mit Stahlwolle. Lass die Werkzeuge hinterher gut trocknen, damit sich kein neuer Rost bildet. Anschließend ölst Du alle Metallteile mit einem umweltverträglichen Öl ein. Oder Du stellst sie einfach in einen Eimer, den Du zuvor mit einem Gemisch aus Öl und Sand gefüllt hast.

 

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Um die Klingen der Gartenschere von Pflanzensaft zu befreien, nimmst Du Seifenwasser zu Hilfe. Harzreste löst Du mit Reinigungsbenzin oder einem speziellen Reinigungsmittel. Mit einem Tropfen Maschinenöl machst Du die Federn von Ast- und Gartenschere geschmeidig. Hacken und Spaten schärfst Du mit einer Handfeile. Manche Gärtner schleifen ihre Geräte mit dem Winkelschleifer. Das solltest Du nur nachmachen, wenn Du damit sicher umgehen kannst. Oft trägt der Winkelschleifer mehr Material als notwendig ab und überhitzt den Stahl, bis er ausglüht und nicht mehr richtig scharf wird. Den Klingen des Rasenmähers, Messern und Scheren verpasst Du mit dem Abziehstein neue Schärfe. Und zuletzt schleifst Du die hölzernen Stiele aller Geräte mit feinem Schleifpapier ab und reibst sie anschließend mit Leinöl ein.

 

7.  Hast Du die Nistkästen geputzt?

Nicht nur in Deinem Haus steht demnächst der Frühlingsputz an, auch die zukünftigen Bewohner Deiner Nistkästen möchten beim Einzug ein sauberes Heim vorfinden – und nicht das alte Nest der Vormieter. Ein leerer Kasten ist hygienischer, weil Du Krankheitserreger und Parasiten mit dem alten Nistmaterial entsorgst, und attraktiver für den Neubezug. Am besten eignet sich ein kalter Tag am Ende des Winters mit Temperaturen um den Gefrierpunkt für den Nistkastenputz. Dann staubt’s nicht so. Trage Handschuhe und je nach Sicherheitsbedürfnis einen Mundschutz, damit die Parasiten nicht zu Dir überlaufen.

 

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Klopfe kurz an, bevor Du den Kasten abnimmst, damit eventuelle Zwischenmieter wie die Haselmaus vorgewarnt sind. Falls es sich Siebenschläfer, Fledermäuse oder andere Langschläfer im Nistkasten gemütlich gemacht haben, musst Du den Putztag auf später verschieben. Das alte Nest darf in die Biotonne. Es reicht, wenn Du den Nistkasten mit einem Handfeger oder bei schlimmem Parasitenbefall mildem Seifenwasser reinigst. Stärkere Putzmittel sind nicht nötig. Übrigens musst Du nicht jeden Nistkasten reinigen, das kommt ganz auf die Bewohner an. Kästen in denen Mauersegler nisten, lässt Du komplett in Ruhe. Diese Vögel bauen ihr ganzes Leben lang am gleichen Nest.

 

8.  Wie sieht Dein Garten überhaupt aus?

Du findest Deinen winterlichen Garten öde und unansehnlich? Dann ist genau jetzt der perfekte Zeitpunkt, um die Planung fürs kommende Jahr in Angriff zu nehmen. Was im nächsten Winter hübsch aussehen soll, muss erst mal gepflanzt und gepflegt werden. Du brauchst ein paar Anregungen? Bitte schön: Manche Pflanzen tragen ihre Früchte lange und bringen Farbtupfer in Deinen Garten. Dazu gehören verschiedene Strauchrosen, Zieräpfel oder der Gemeine Schneeball. Andere Arten blühen im Winter. Neben der klassischen Christrose entfalten unter anderem das Vorfrühling-Alpenveilchen oder der Echte Jasmin ihre Blüten in der kalten Jahreszeit. Immergrüne Pflanzen sind gerade im grauen Winter eine Wohltat für das Auge. Die vertrockneten Fruchtstände von Gräsern und Stauden setzen interessante Akzente, während große Bäume, Sträucher und Formgehölze für Struktur sorgen. Überlege Dir gut, was Du in Deinem Garten vermisst (und auch, was weg kann) und nimm Dir Zeit, Deine Ideen zu planen – jetzt hast Du sie!

 

9.  Blühen die Schneeglöckchen?

Wer schaut nicht ab Neujahr nach, ob bereits die ersten Schneeglöckchen ihre Blätter aus der Erde schieben? Unbeirrt durchbrechen sie sogar dicke Schneedecken und entfalten alle Kälte ignorierend ihre glockenförmigen Blüten. Ihr Trotz versichert Dir: Der Frühling kommt!

 

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