Gartentipp 23 - Zimmerpflanzen pflegen im Winter

Dieser Beitrag wurde unter Gartentipps abgelegt und mit Zimmerpflanzen, Winter, Pflanzenpflege verschlagwortet am 29. Dezember 2017 von Gruenbedarf. ← vorheriger Beitrag nächster Beitrag →

Wenn im Winter die Welt draußen grau und dunkel wird, ist das frische Grün unserer Zimmerpflanzen eine wahre Wohltat. Ficus, Monstera & Co. sehen nicht nur hübsch aus, sondern reichern die Luft mit Sauerstoff an, mindern Stress und absorbieren Lärm. Damit Deine Pflanzen auch in der kalten Jahreszeit ihr volles Potential entfalten können, widmest Du ihnen jetzt viel Aufmerksamkeit.

Mit unseren Tipps bringst Du Deine Pflanzen trotz Lichtmangel, trockener Heizungsluft und Staub gesund und unbeschadet über den Winter.

Zimmerpflanzen pflegen im Winter - darauf solltest Du achten:

Mit Bedacht gießen

Grundsätzlich kannst Du davon ausgehen, dass die meisten Pflanzen im Winter eine Ruhepause einlegen und während dieser Zeit weniger Wasser brauchen. Andererseits stehen viele Töpfe auf der Fensterbank und trocknen dort aufgrund der nahen Heizung schnell aus. Kontrolliere regelmäßig, ob das Substrat noch feucht ist und gieße erst, wenn sich die Erde trocken anfühlt. Zu nasse Erde schimmelt leicht und Wasser im Untersetzer lässt die Wurzeln ersticken. Andersrum kann ein ausgetrockneter Wurzelballen kaum Wasser aufnehmen. Um Fäulnis und Staunässe zu vermeiden, stattest Du Deine Topfpflanzen mit etwas zu großen Übertöpfen aus. Eine Handvoll Kies oder Tongranulat dient als Abstandhalter. Fülle Wasser in den Übertopf, bis die Steine gerade bedeckt sind. Auf diese Weise sind die Wurzeln nicht permanent im Nassen und die Pflanze kann sich so viel Wasser holen, wie sie mag. Das verdunstende Wasser hebt gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit an. Nicht zuletzt hängt der tatsächliche Wasserbedarf von der Pflanzenart ab: Azaleen, Kastanienwein und blühende Zwiebelpflanzen benötigen viel Wasser, Kakteen, Fuchsien und Weihnachtsstern mögen es eher trocken. Orchideen gießt Du im Winter überhaupt nicht, sondern braust sie einmal die Woche mit warmem Wasser ab.

 

Luftfeuchtigkeit erhöhen

Viele Zimmerpflanzen kommen ursprünglich aus der tropischen oder subtropischen Klimazone und benötigen eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 %. Blöderweise trocknet die Heizung Deine Raumluft aus und die meisten Zimmerpflanzen stehen auf dem Fensterbrett direkt darüber. Hebe in allen beheizten Räumen die Luftfeuchtigkeit an, indem Du alle Pflanzen regelmäßig mit kalkfreiem Wasser besprühst oder mit Wasser gefüllte Schalen aufstellst. Auch der eben erwähnte Trick mit den zu großen Übertöpfen hebt die Luftfeuchtigkeit rings um Deine Zimmerpflanzen an. Oder Du legst Dir einen Raumluftbefeuchter zu. Spezielle Verdunster aus Keramik schonen Deine Stromrechnung. Du füllst sie einfach mit Wasser und hängst sie an den Heizkörper.

 

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Den richtigen Standort finden

Traditionell stehen Zimmerpflanzen auf dem Fensterbrett. Von Frühling bis Herbst geht es ihnen dort prima, doch im Winter ist die Fensterbank nicht der ideale Standort für sie. Jedenfalls nicht, wenn direkt darunter ein  warmer Heizkörper hängt. Andererseits brauchen Pflanzen Licht und wo können sie das im Winter besser bekommen, als direkt am Fenster? Wie löst Du das Dilemma am besten?

Die meisten Zimmerpflanzen überwintern am besten bei Temperaturen von mindestens 16 bis 18 °C an einem hellen Standort ohne Zugluft. Geeignete Räume wären zum Beispiel das Schlaf- oder Gästezimmer, ein Wintergarten, der Flur, das Treppenhaus oder der Platz zwischen Doppelfenstern, wie sie in manchen Altbauten zu finden sind. Oder Du stellst sie auf einen Hocker, ein Regal oder ein anderes Möbelstück etwas weiter vom Fenster weg. Nicht alle Deine Zimmerpflanzen müssen im Winter umziehen. Birkenfeige, Usambaraveilchen, Keulenlilie und Anthurie dürfen im warmen Wohnzimmer bleiben – wenn sie dort genug Licht bekommen. Lichtmangel erkennst Du daran, dass Pflanzen mit panaschierten oder bunten Blättern vergrünen, ihr Laub abwerfen oder schnell wachsende Triebe bilden, die sich zum nächsten Fenster recken.

Pass auf, dass Deine Zimmerpflanzen nicht im Durchzug stehen, wenn Du lüftest (gerade bei Minusgraden wichtig!) und dass ihre Blätter die kalte Fensterscheibe nicht berühren. Um ihre Wurzeln gegen zu heiße oder kalte Luft von unten zu isolieren, stellst Du die Töpfe auf ein Stück Styropor oder – wenn sie auf dem Fußboden stehen – einen erhöhten Untersetzer. Doch nicht jede Pflanze wechselt gern den Platz. Ficus-Arten, Kamelien und Azaleen reagieren auf einen neuen Standort besonders empfindlich.

 

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Blätter abstauben

Gummibaum, Dieffenbachie und andere großblättrige Grünpflanzen werden im Winter schnell zum Staubfänger. Das sieht ungepflegt aus und die Staubschicht mindert das einfallende Licht und damit die Photosynthese. Um zu verhindern, dass die Pflanze schlapp macht, wischst Du die Blätter regelmäßig mit einem feuchten Lappen ab. Kleinblättrige Zimmerpflanzen stellst Du alle paar Wochen unter die Dusche und braust sie mit handwarmem Wasser ab. Damit die Erde dabei nicht zu nass wird, verpackst Du den kompletten Topf wasserdicht in einer Plastiktüte. Beide Maßnahmen erhöhen gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit und damit die Vitalität Deiner Zimmerpflanzen.

 

Düngung einstellen

Die meisten Zimmerpflanzen brauchst Du im Winter nicht zu düngen, weil ihr Stoffwechsel verlangsamt abläuft. Doch es gibt Ausnahmen. Alpenveilchen blühen während der Wintermonate. Mit einem schwach konzentrierten, kaliumbetonten Flüssigdünger unterstützt Du sie dabei. Allen Topfpflanzen, die in beheizten Räumen stehen und – wenn auch gemächlich – weiter wachsen, reicht eine Düngergabe alle sechs Wochen. Halte Dich unbedingt an die Dosierungsempfehlung des Produkts und dünge lieber etwas weniger, als zu viel.

 

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Regelmäßige Schädlingskontrolle

Warme und trockene Räume stellen optimale Lebensbedingungen für viele Schädlinge dar. Wenn dann noch Deine Zimmerpflanzen durch wenig Licht und geringe Luftfeuchtigkeit geschwächt sind, haben sie leichtes Spiel.  Kontrolliere Deine Pflanzen daher regelmäßig auf Schädlinge. Achte auf verfärbte oder gekräuselte Blätter, Blattflecken, herabfallende Blätter. Typisch für die dunkle Jahreszeit sind Spinnmilben, Blattläuse, Weiße Fliege, Schild- und Schmierläuse, sowie Trauermücken. Oft gesellt sich noch ein Rußtaupilz hinzu, der die zuckerhaltigen Ausscheidungen vieler saugender Schädlinge besiedelt. Du erkennst ihn an einem schwarzen Belag auf den Blättern.

Sobald Du erste Tierchen oder Schäden an Deinen Zimmerpflanzen bemerkst, solltest Du die befallene Blume isolieren und behandeln. Greif nicht gleich zum Pflanzenschutzmittel, sondern versuche erst herauszufinden, welches Tier da saugt oder knabbert. Mit dem entsprechenden Wissen kannst Du gezielt Maßnahmen ergreifen und Deine Pflanzen richtig behandeln. Und denk dran, der beste Schutz gegen Schädlinge sind vitale Pflanzen, die sich selbst wehren.

 

Schon beim Kauf an den Winter denken

Die Anschaffung von Zimmerpflanzen erfordert Planung. Bevor Du zum nächsten Gartencenter fährst, solltest Du Dir überlegen, welche Pflanzenarten am besten zu Dir und Deiner Wohnung passen. Ist es eher hell oder dunkel? Nach welchen Himmelsrichtungen gehen Deine Fenster? Hast Du viel Zeit für Deine grünen Mitbewohner oder möchtest Du pflegeleichte Exemplare? Recherchiere vor dem Kauf, wie Deine auserwählten Pflanzen im Winter gepflegt werden wollen oder erkundige Dich bei einer Gärtnerei Deines Vertrauens danach. Und wenn Du eine weniger passende Zimmerpflanze gekauft oder geschenkt bekommen hast, macht das auch nichts. Probieren geht über studieren. Mit unseren Tipps im Hinterkopf kriegst Du alle Deine Zimmerpflanzen hoffentlich gesund über den Winter.

Wir wünschen gutes Gelingen!

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