Dünger & Bodenverbesserer

   

Dünger und Bodenverbesserer

 

Gänseblümchen, Heckenrosen und der knorrige Apfelbaum, sie alle brauchen Sonnenlicht, Wasser, Luft und Nährstoffe. Fehlt es ihnen an einem der vier Dinge, mickern sie vor sich hin oder sterben. Und weil wir das nicht wollen, düngen wir unsere Pflanzen. Dünger bedeutet Nahrung und Leben, Wachstum, Blüte und Ernte.

 

Was ist in Düngern drin?

Düngemittel enthalten die folgenden Pflanzennährstoffe:

 

Hauptnährstoffe:

Stickstoff

Phosphor

Kalium

Magnesium

Schwefel

Calcium

 

Spurenelemente:

Eisen

Zink

Bor

Mangan

Kupfer

Molybdän

Chlor

 

In Düngemitteln liegen die Nährstoffe nicht als Element vor, sondern sind chemisch gebunden. Auf der Packung steht in der Regel drauf, welche Stoffe in welcher Konzentration enthalten sind. Und auch die Rezeptur der Dünger unterscheidet sich sehr. Es gibt welche, die nur einen Nährstoff enthalten (Einzelnährstoffdünger). Als NPK- oder Volldünger bezeichnen wir solche Dünger, die mindestens fünf Hauptnährstoffe plus Spurenelemente enthalten.

 

Dünger sind ausgeklügelte Produkte, in deren Entwicklung viel Know-How floss. Es gibt welche, bei denen ein Teil der Düngerkügelchen mit einem speziellen Harz umhüllt sind. Sie lösen sich ganz langsam auf und wirken dadurch verzögert. Andere enthalten bestimmte Stoffe, die Einfluss auf die Dynamik der Nährstoffe im Boden nehmen und sie dadurch für die Pflanze besser verfügbar machen. Und einige organische Dünger beimpfen den Boden mit Mykorrhiza. Das sind Pilze, die mit Pflanzen in Symbiose leben und ihr Wachstum positiv beeinflussen.

 

Aber in der Natur düngt doch auch keiner!

Klar, im Wald läuft keiner mit einem Düngersack herum und verteilt Blaukorn. Das ist dort schlicht unnötig. Warum? Ganz einfach: In der freien Natur besteht ein geschlossener Stoffkreislauf. Große und kleine Lebewesen (unter ihnen der berühmte Regenwurm) zersetzen tote Pflanzen und Tiere. Die in ihren Körpern gebundenen Nährstoffe werden über teilweise sehr komplexe Vorgänge erneut pflanzenverfügbar.

 

Nun ist ein Garten aber kein unberührtes Biotop, sondern von Dir bewirtschaftetes Land. Indem Du Pflanzenteile aus Deinem Garten entfernst (egal ob frische Möhren oder Herbstlaub), nimmst Du dem Boden Nährstoffe weg. Die Reste der verdauten Möhren landen anschließend nicht wieder im Boden, sondern der Kanalisation (und das ist auch gut so). Mit Düngemitteln gleichst Du ein Defizit aus, das Du durch Ernte und Blumenpflücken selbst verursacht hast. Sieh es so: Gärtnern ist Geben und Nehmen. Du nimmst Dir einen leckeren Kürbis, also musst Du Deinem Gartenboden etwas wiedergeben, um seine Fruchtbarkeit zu erhalten. Nur dann kann im nächsten Jahr wieder ein Kürbis darauf wachsen.

 

Das unterscheidet mineralische von organischen Düngern:

Du willst Deinen Garten düngen. Super! Nur, womit? Die Frage, was nun besser sei, organischer oder mineralischer Dünger, wird teilweise sehr emotional diskutiert. Gehen wir doch mal objektiv an die Sache heran:

 

 

mineralischer Dünger

organischer Dünger

Herkunft der Nährstoffe

  • enthalten Nährstoffe in Form von leicht löslichen Salzen
  • Rohstoffe: bergmännisch abgebautes Gestein
  • Stickstoff wird synthetisch hergestellt

 

  • enthalten Nährstoffe in Form organischer Substanzen (Knochen, Horn, Kot, Federn, Fell, proteinreiche Pflanzenteile)

 

Wirkung

  • schnelle Wirkung, sofort pflanzenverfügbar

 

  • müssen erst von Bodenlebewesen zersetzt werden, um pflanzenverfügbar zu werden

 

Vorteile

  • gut zur raschen Behebung eines Mangels
  • konstanter Nährstoffgehalt ermöglicht präzise Düngung
  • fördern das Bodenleben
  • ahmen natürlichen Stoffkreislauf nach
  • heben den Gehalt organischer Substanz im Boden an

 

Nachteile

  • Stickstoffherstellung benötigt viel Energie
  • Kali-Abbau führt zu Kochsalzhalden
  • Phosphorlagerstätten werden knapp
  • Bei Überdüngung Auswaschungsgefahr und Verbrennungen
  • alleiniger Einsatz reduziert den Humusgehalt des Bodens
  • Umgang mit Mineraldüngern erfordert größte Sorgfalt

 

  • Bei Überdüngung Auswaschungsgefahr
  • N-Sperre bei Düngung mit Substanzen mit hohem C/N-Verhältnis (Stroh)
  • schwankender Nährstoffgehalt

 

 

Eine Mischform sind die organisch-mineralische Dünger. Sie kombinieren schnell wirkende Mineralsalze mit den Humusgehalt hebenden organischen Substanzen. Der Profi-Dünger TerraPlus K von Compo Expert ist einer davon.

 

Was ist besser, flüssiger oder fester Dünger?

Im Onlineshop Grünbedarf findest Du Düngemittel in verschiedener Darreichungsform.

Flüssiger Dünger wirkt schneller, weil er die Wurzel sofort erreicht. Wir verwenden ihn am liebsten für unsere Topf- und Kübelpflanzen, weil er unkompliziert dosierbar ist und nicht staubt. Du mischst eine bestimmte Menge des Konzentrats einfach ins Gießwasser – und fertig!

Mit festen Düngern versorgst Du Deinen Rasen, die Blumenbeete, den Nutzgarten und alles andere. Möchtest Du große Flächen düngen, lohnt sich die Anschaffung eines Streugeräts. Damit verteilst Du das Granulat besonders gleichmäßig. Nach der Anwendung wässerst Du die Fläche, damit sich die schnell wirksamen Bestandteile des Düngers auflösen.

 

Wie viel ist Dünger genug?

Um Deine Pflanzen in Haus und Garten mit der passenden Nährstoffmenge zu versorgen, musst Du zwei Fragen beantworten:

 

1. Wie hoch ist der Nährstoffbedarf meiner Pflanzen?

2. Wie viel davon können sie aus dem Vorrat des Bodens decken?

 

Die richtige Düngermenge ergibt sich aus der Differenz der beiden Werte.

 

Möchtest Du sachgerecht düngen, kommst Du um eine professionelle Bodenanalyse nicht herum. Die kannst Du jedoch erst im Herbst durchführen. Du willst nicht bis dahin warten? Dann teste gleich den pH-Wert Deines Bodens, der verrät Dir schon einiges über den Zustand Deines Bodens. Eine Bodenuntersuchung ersetzt er aber nicht.

 

Mit den Ergebnissen der Bodenuntersuchung schickt Dir das Labor eine Düngerempfehlung. Halte Dich daran und beachte die Anwendungshinweise, die der Hersteller auf der Düngerpackung vermerkt hat. Und dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

 

Und welchen Dünger soll ich jetzt nehmen?

Wir wissen es ja, die Auswahl in verschiedenen Düngern ist enorm. Das kann einen schon mal überwältigen. Vielleicht können wir Dir die Entscheidung ein bisschen erleichtern:

 

  • Langzeitdünger erleichtern Dir die Arbeit – besonders praktisch für Rasen, Gehölze und Kübelpflanzen
  • Deine Pflanzen haben einen Mangel (Blütenendfäule an Tomaten)? Ein schnell wirkender Dünger muss her!
  • In Deinem Gartenboden ist zu viel Kalium und Phosphor? Kaufe Dünger, der davon nur wenig enthält. Das gilt übrigens auch, wenn Du viel mit Kompost düngst.
  • Dein Ziel ist ein möglichst naturnaher Garten und Du willst vor allem Deinem Boden etwas Gutes tun? Hebe seinen Humusgehalt mit langsam wirkenden organischen Düngern wie Hornspänen an oder verabreiche spezielle Mittel zur Bodenverbesserung.

 

Hast Du noch weitere Fragen zur sachgerechten Düngung? Schau doch mal, ob Du in unseren Gartentipps eine Antwort findest. Falls nicht, dann schreib uns eine Mail und wir helfen Dir weiter.

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